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Ansichten und Einsichten.

Ein guter Lehrer weiß, dass seine guten Schüler ihn früher oder später übertreffen werden und trainiert sie deshalb dafür.

Je älter ich werde und je mehr ich lerne, desto schwerer fällt es mir, jedem Menschen nur das zu erzählen, was er hören will. (besonders anstrengend, falls "Mensch=Prüfer")

Freunde sind Menschen, die Dir das geben, was Du haben willst und brauchst, anstatt Dir zu geben, wovon sie meinen, dass es gut für Dich wäre.

Wenn du die reife Frucht hängen lässt, dann wird entweder ein anderer in ihren Genuss kommen oder sie wird ungenießbar. (Mensch analog)

Naturwissenschaft forscht in den Dingen; Geisteswissenschaft in den Aussagen über Dinge. Ich denke, in unserem Streben nach Erkenntnis der Welt müssen wir beidem große Aufmerksamkeit schenken.

I'm your angel undercover.

Ich bin ein Ingenieur der Worte.

Hin und wieder kreuzt das Schicksal zwei Nadeln im Heu.

In einer Gruppe von schwarzen Schafen: Ist da ein weißes das "schwarze Schaf"?

Menschen sind wie Werkzeuge: jedes will zu seinem Zweck eingesetzt werden.

Gesetze kann man ändern, wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind - zeitlos sind nur Naturgesetze.

Man kann Menschen maximal behindern, indem man sie unter dem Vorwand ihrer eigenen Sicherheit einschränkt.

Gescheiter als Sicherheitskontrollen wäre es, wenn man Menschen zu mündigen, verantwortungsewussten Bürgern erzöge und ein friedliches Miteinander lehrte. Man arbeite also lieber an der Bildung anstatt am Kontrollwahn!

Man kann nur dann optimal verständlich kommunizieren, wenn das benutzte Medium die gleiche Dimensionalität hat wie die transportierte Information.

Medien sind Werkzeuge; d.h. jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen - analog wie man zwar Suppe nicht mit einer Gabel isst, aber es schwer ist, mit einem Löffel etwas aufzuspießen.

Die Augen sind ein Spiegel der Seele; die Stimme ist ein Spiegel des Herzens.

Man muss auch mal nicht erreichbar sein dürfen. Sonst würde man ja nix anderes mehr machen als kommunizieren. Ich persönlich habe aber jedenfalls eigentlich andere Jobs; klassisch war Kommunizieren die Aufgabe der Sekretäre.

Sprache ist ein Medium. Für verschiedene Art von zu übertragender Nachricht, sind daher verschiedene Transportmedien zu wählen: Man würde analog ja auch nicht Wasser mit einem Sieb transportieren, während das für gekochte Nudeln gerade optimal ist.

Schriftformen (auch E-Mail, SMS...) haben per se keinen "Kanal" für Emotionalität. Daher erfand man Emoticons. Warum versuchen trotzdem so viele Leute, allein mit Text Emotionen zu transportieren? m.E. ist das nicht möglich: m.E. ist Druckschrift nur für sachliche Info geeignet. Emotionen können nur emotional ausgedrückt werden; bspw mit Augen, Körper und Stimme.

Philosophie erschöpft sich nicht im Auswendiglernen von Büchern, um stets das passende Zitat auf den Lippen zu haben. Gute Philosophie, die die Menschheit weiterbringt, ist vielmehr pointiertes Aufschreiben, stringentes Begründen und gutes Argumentieren. In diesem Sinne verstehe ich Marx' Teilsatz, dass die Philosophen die Welt (nur) verschieden interpretierten.

Es gibt kein perpetuum mobile - auch nicht unter Menschen. Wenn man meint, etwas oder jemand funktioniere von selbst, dann heißt das nur, dass es von anderem angetrieben wird als von einem selbst.

Falls man aus einem Text eine Emotion herauslesen kann, dann kennt man den Menschen sehr gut und kann sich vorstellen, wie er die geschriebenen Worte sagt: Das Wie transportiert die Emotion, der Text nur die sachliche Information.

Ich glaube an die Menschen, aber nicht (an) alles, das sie sagen.

Negieren von Emotionalität tut im unpersönlichen schriftlichen Alltag sehr gut.

Philosophie ist sinnvoll und nötig als Gewissen (je)der Gesellschaft: die Denkenden, alles Hinterfragenden in der Rolle der wissenschaftlich-analysierenden und kritischen Beratung. Zumindest wünsche ich mir das für meine Philosophie.

Die Denkweise eines Menschen lässt sich am Geschlecht genauso wenig verbindlich und vollständig ablesen wie an der Hautfarbe. Es lohnt sich, Menschen kennenzulernen.

Gute Leute fördert man, indem man sie fordert.

Das kurioseste am Denken ist wohl, dass der Output umso kleiner (prägnanter) wird, je länger es sich daran abgearbeitet hat.

Mein Freund, eines darfst Du nie tun: Mir das Denken verbieten.

Ein Lehrer ist nicht für alle Gedanken der Schüler verantwortlich.

Fortschritt ist nur möglich, indem man sich besonnen (nicht anarchistisch!) von den Fesseln des Regelwerks löst.

Weisheit lernt man nicht durch Diktat. Diktat lehrt nur Fakten, also Wissen (Episteme).

Sophía erscheint im Tiefsinn, also nachdem man gestützt durch die Freundin Episteme in die Schlucht der wahren Erkenntnis hinabgestiegen ist.

Das höchste und wichtigste im Leben ist mir meine Freiheit: Nur wer frei ist, kann Neues erschließen, denn wahrlich erfüllte Freiheit ist die Freiheit nicht von, sondern für etwas.

Freiheit erfordert ein hohes Maß an Verantwortung und sehr viel Kraft und Mut! Freiheit ist insofern (oft) unbequem und nicht für alle Menschen geeignet.

Gedichte schreiben ist wie Mathematik: Äquivalenzumformungen, Kürzen und Zusammenfassen, viel Rhythmus und Harmonie, zum Schluss ein niedliches kleines Ergebnis.

Es gibt zwei Wissenschaftlertypen, die sich mit der Zeit beschäftigen: Physiker und Historiker. Beide verstehen sie nicht, sondern benutzen sie nur zum Ordnen ihrer Themen und Größen.

Vielen Menschen wäre geholfen, wenn sie im Alltag weniger (schlecht) übereinander und mehr (konstruktiv) miteinander reden würden.

Den Poeten unterscheidet vom prosaischen Autor, dass er Wortspiele und Doppeldeutigkeiten dazu nutzt, mit einem Satz mehr als nur eine Information zu transportieren. Der Dichter legt also Aussagen derart dicht, dass alle interpretierbaren Bedeutungen auch gemeint sind.

Wenn ich die Fremdsprache können muss, um die Übersetzung zu verstehen, dann ist die Übersetzung schlecht oder fehlerhaft.

Wenn jemand fachlich schlecht bewertet wird, dann kann der Grund entweder fachliches Unverständnis des Bewerteten oder des Wertenden sein. Wenn jemand fachlich gut bewertet wird, dann kann das entweder an seiner fachlichen Güte liegen oder an seinem überdimensionierten Ego, Falsches als wahr zu verkaufen.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Leitung nicht von denjenigen Menschen ausgeübt wird, die die geselligsten Partytiger und Quatschköpfe sind, sondern die humansten und kompetentesten Denker sind. Eine Gesellschaft, in der folglich kluge Köpfe nicht schlecht geredet werden, weil weniger Kluge das Werturteil abgeben.

Das Genie, das seiner Zeit voraus ist, läuft stets Gefahr als Zauberer oder Gott verkannt zu werden.

Generationen wechseln nicht durch das Altern von Menschen, sondern mit der Veränderung ihrer Aktivitäten.

Lebenserfahrung hängt nicht (nur) vom Alter ab, sondern davon, wie man gelebt hat.

Die Fragen nach dem Warum, dem Wesen der Zeit und der Existenz Gottes sind Fragen der Philosophie.

Die Welt könnte soviel fortschrittlicher sein ohne die Eitelkeit.

Philosophie heißt nicht freies assoziieren: das ist die Arbeitsweise der Künste. Philosophie ist vielmehr der konsequente und immerwährende Versuch des korrekten, präzisen und mithin notwendigerweise wortgewandten Aufschreibens von Theorien und Hypothesen. Ich halte mich dabei jedoch stets an Newtons weisen Satz "hypotheses non fingo".

Ich bin stets ins kalte Wasser gesprungen oder geworfen worden und musste selbst schwimmen lernen. Naturgemäß schlägt man bei diesem Vorgehen eben Wellen - das ist nichts besonderes, sondern ganz gewöhnlich.

Sie müssen mit dem Auge lernen, aber Sie dürfen niemals mit dem Auge denken.

Alles zu seiner Raumzeit.

In der gigantischen Bibliothek unseres Wissens ist Philosophie sozusagen die Menge aller Bücherregale, in die die anderen Wissenschaften ihre detaillierten Daten und Fakten hineinstellen.

Ich will keine Huldigung, aber Respekt - das hilft allgemein im menschlichen Miteinander. Das ist die wichtigste Tugend, die ich von den islamischen Nomaden gelernt habe.

Fair P(l)ay: Arbeiten kann ich bereits selbstständig, aber ich brauche sehr gute Freunde, kommunikative Kollegen und Autoritäten, die meine Arbeit loben, bezahlen und gut bewerten.

Stipendien sind m.E. nicht bloß ein Almosen für arme Studierende, sondern sozusagen die offizielle Genehmigung, studieren zu dürfen. Wer sich sein Studium erkaufen/ erarbeiten muss, studiert nicht ganz so viel, lernt aber parallel noch vieles Berufspraktisches.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Versicherung nicht.

Ein Mensch, der nur vorübergehend "geduldet" ist (an einem Ort oder Arbeitsplatz, z.B. durch befristeten oder Rahmenvertrag), aber keine langfristige Perspektive zum Verweilen und für ein sicheres Leben hat, ist mehr mit der Organisation der Zukunft beschäftigt als mit der Arbeit, für die er geduldet ist.

Absicherung braucht man nur dann, wenn es ein Risiko gibt (nur an steilem Fels seilt man sich ab, nicht auf sandweicher Düne). Es ist also suprafluid [überflüssig], immer mehr Versicherungen einzurichten. Viel gescheiter wäre es, die Risiken abzuschaffen.

Versicherungen sind (im Alltag und in der Wirtschaft) meist haltlose Zusagen/ Versprechungen, denn sie minimieren nicht das Risiko und geben daher nicht wirklich Sicherheit. In der Wirtschaft geben sie idealerweise eine finanzielle Zuwendung im Schadensfall, damit man zu einem Neuanfang in der Lage ist.